Einsortiert unter: Uncategorized
werte damen und herren, nun ist soweit, seit drei tagen bin ich von der unfreiwilligen aufgabe des zivildiensts befreit. möge dieses ende auch noch so sehnlichst erwartet worden sein, ist es wie bei den meisten anderen konstellationen im leben: hat man sie nicht mehr, vermisst man sie mehr denn je.
zu der pflichtaufgabe des zivildiensts an sich möchte ich keine unzähligen worte verlieren. jugendliche männer, welche zu sozial, zu friedensliebend, zu liberal oder gar zu weich für die staatsgewalt des bundesheeres sind, können für 9 monate alternativ, für beinahe denselben hungerslohn, bei caritativen instituionen verschiedenster natur ihren dienst leisten. samariter, altenbetreuer, pfarrsekretären – die vielfalt der einsatzgebiete lässt keinesfalls zu wünschen übrig.
bereits zu meiner schulzeit hatte ich diverse probleme mit was ich gerne als „künstliche“ autoritätspersonen bezeichne. imho kann eine person durch zwei eigenschaften respekt beziehungsweise autoriät gewinnen: durch kompetenz im jeweiligen fachgebiet oder durch die charaktereigenschaften einer starken persönlichkeit. der idealfall verbindet beide ach so herrlichen attribute in ein und derselben person. hat eine person weder noch vorzuweisen, bekommt sie von mir meist keinen respekt und wird in die schublade mit den von mir betitelten künstlichen autoritätspersonen gesteckt. aus diversen anekdoten meiner freunde, welche zum alumnuskörper des bundesheer gehören, befürchtete ich, während des präsenzdienstes vielen kandidaten für diese schublade zu begegnen beziehungsweise untergeben zu sein. deshalb traf ich meine wahl zugunsten des zivildienstes, offiziell natürlich weil ich aus moralischen gründen den dienst an der waffe ablehne.
nun hatte ich das glück, zu den auserwählten zu gehören, welche ihren dienst im katholischen pfarramt zu frastanz absolvieren konnten. viele legenden kursieren in der bevölkerung vorarlbergs bezüglich dieser arbeitstelle, das gros an aussagen ging in richtung: „do muasch eh dr ganze tag nix tua“. dieses gerücht kann ich zu einem großen teil widerlegen. bedenken wir meine perfomance pro verdientem euro, kann ich mit gutem gewissen behaupten, dass ich doch gefordert wurde
was ich meinem zivildienst zu danken habe: sehr viele begegnungen mit leuten aus den verschiedensten gesellschaftsschichten, lebenslagen und altersgruppen; eine gewiße verbesserung meiner sozialen ader beziehungsweise eine art sensibilisierung; die fähigkeit, auch banale tätigkeiten zu einer anspruchsvollen aufgabe machen und bei der erledigung dieser nach perfektion zu streben; die fähigkeit, einige einsame stunden mit hilfe des internets hinüber zu bringen.
nun wartet eine neue aufgabe, sehr konträt, sowohl im aufgabenbereich wie auch in der entlohnung. beschäftigen wird mich bevorzugt die psychologie des trinkgeldgebens und die qualitätsmerkmale von louis-vuitton-gepäckstücken. aber davon gibts bestimmt bald was zu lesen.
wir sagen danke, lieber zivildienst!
so long…
Einsortiert unter: Uncategorized
gestern sonntag begab ich mich, wie so oft an einem sonnigen tag des herrn, ans baggerloch nach brederis zum sonnen, schwimmen und vor allem beobachten und staunen. integriert man sich einmal nicht aktiv in die konversationen mit seinen partner in crime, hat man genügend zeit um die auffälligkeiten an den menschenscharen, und diese waren gestern wirklich in scharen angetreten, zu beobachten. was fiel auf? wer tanzte aus der reihe?
nun beobachtung nummer eins war natürlich, was mir jedoch schon länger bewusst war, dass das baggerloch in brederis der spot ist, um seine vorzüge zur schau zu stellen. bevorzugt wird dieses revier von mitmenschen während ihrer adoleszenz (wir gehen hier vom alter 17-24 aus) genutzt, kinder mit familien zieht es vermehrt in die eintrittspflichtigen freibäder und personen über 30 sind zwar vorhanden, fallen aber auf wie karotten im gemüseregal, sprich kaum.
punkt eins: typen
der wahrscheinlich am häufigsten vorkommende typus ist der jugendliche, welcher meist mit einem rudel von 3-7 freunden verschiedenen geschlechtes ans baggerloch kommt. primäres ziel des vorhabens: einen netten nachmittag mit freunden verbringen, sekundäres ziel: bräunen, tertiäres ziel: baden. dieser recht angenehme typus stört maximal durch mitgebrachte, aufdringlich anwidernde musik oder der aufgabe, sich dermaßen laut zu artikulieren, damit es auch jeder andere hört.
eine weitere gruppierung stellen die kleinen gruppen mit rein männlichen mitgliedern dar. primär werden hier trainierte körper zur schau gestellt, des weiteren wird sehr viel brautschau gehalten und oft auch durch exzellenz im umgang mit runden fußbällen versucht, die folgenden gruppierungen zu beeindrucken:
die gruppen mit rein femininer beteiligung. eine doch äußerst häufige gruppierung, welche den wert des baggerlochs als in-spot um einiges anhebt. diese gruppen sind primär meist an der sonne und ihre positiven wirkungen auf die haut interessiert. des weiteren wird oft aktuellster gossip ausgetauscht und auch beobachtet, sowohl die herren der schöpfung als auch die gleichgeschlechtlichen mitbewerberinnen. für uns herren natürlich ein gern gesehener typus.
ein freibad wäre kein freibad ohne ältere leute. weit verbreitet ist hier der ältere herr, welcher oft durch einen unglaublichen grad an bräune besticht. für uns herren ist diese gruppe recht gleichgültig, hier müssen wir weder beeindrucken noch rücksicht nehmen, junge und junggebliebene damen sind eher angewidert von den musternden blicken der älteren herren.
zur vervollständigung führe ich hier noch die restlichen besuchertypen an: familien, gaffer, oben-ohne-sonnerinen, einzelpersonen, bodybuilder, kinder, kiosk-biertrinker und extremsportler, welche gerne beim windsurfen, tauchen oder angeln das baggerloch wählen, da sie dort bestimmt gesehen werden.
punkt zwei: tätowierungen erstaunt stelle ich fest, wieviel prozent der besucher tätowiert sind, es ist eine zahl, welche von tag zu tag höher zu werden scheint. das angebot reicht von 2cm standarttattoos über ausgefallene motive, welche größere teile des körpers bedecken. erstaunlich und bedenklich ist die zahl der leute, bei welchen das tattoo bereits aussagt, das es nichts über sie aussagt. sprich personen, welche sich etwas machen ließen, um etwas zu haben. äußerst beliebt sind hier chinesische zeichen verschiedenster bedeutung und tribals in verschiedensten größenordnungen. möchte man aber auffallen, reicht nicht mehr einfach tätowiert zu sein, hier muss ein entweder sehr großes oder sehr ausgefallenes tattoo her.
punkt drei: kleidung ein punkt bei dem die beobachtungsergebnisse weit auseinandergehen. breit gefächert ist das angebot an badekleidung, wir entdecken alles von speedo’s bei herren über einteiler bei damen über kurze shorts bis zu surfshorts und den dazupassenden bikinis, letztere sind gott sei dank bei der jüngeren besucherschicht am weitesten verbreitet. ein größeres auseinanderklaffen gibt es jedoch, bei der gewählten kleidung für die fahrt ins baggerloch. aus männlicher sicht die einfachste variante ist es, surfshorts bereits anzuziehen, tshirt drüber, flipflops anziehen, und der spass kann beginnen. diese variante wird oft gewählt, jedoch bei weitem nicht genug. hier können wir leute beobachten, welche auch bei temperaturen jenseits von 30 grad nicht zurück schrecken, in enge jeans zu schlüpfen und schuhe inklusive socken anzuziehen. gehen diese personen prinzipiell nicht anders aus dem haus oder transpirieren sie nur gerne?
wir werden es nie wissen.
so, das wars vorerst einmal, eine fortsetzung gibt es vielleicht nach meinem nächsten besuch.
so long…